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BAUCHGEFÜHL, STOLPERSTEINE, GLÜCKSFÄLLE: 8 GRÜNDERSTORYS

Der Freitag startete mit einer Menge Input von der Bühne aus: Acht Praxisgründer hatten jeweils zehn Minuten Zeit, ihre ganz individuelle Gründungsgeschichte auszupacken. Sie berichteten von spontanen Bauchgefühl-Entscheidungen, von kleinen Stolpersteinen und großen Rückschlägen, von glücklichen Zufällen und aufregenden Zeiten. Was alle gemeinsam haben: einen erfüllten Traum. Doch lest selbst die Kurzzusammenfassung der Vorträge.

MAN MUSS NICHT ALLES SELBST KÖNNEN! WOFÜR GIBT’S EXPERTEN?

Ganz unterschiedliche, aber durchweg spannende und vor allem ermutigende und inspirierende Storys hatten die acht erfolgreichen Praxisgründer zu berichten. Worin sich alle einig waren: Das richtige Netzwerk ist wichtig. Und professionelle Unterstützung. Denn natürlich ist es ein reizvoller Teil der Selbstständigkeit, dass die Aufgaben so vielfältig sind und weit über die Zahnmedizin hinausgehen. Aber man kann eben nicht alles selbst können. Darum gab es von der Gründer Camp-Bühne auch reichlich Experteninput rund um das Thema Selbstständigkeit und die Eröffnung der eigenen Praxis.

  • Praxisgründer
  • Speaker
Eva-Marie Müller

„Seid authentisch, sonst klappt das alles nicht.“

Eva-Marie Müller stand beim letzten Gründer Camp schon auf der Bühne, damals war sie gerade mitten in der Gründungsphase. Zu dem Zeitpunkt hätte sie selbst nicht gedacht, was sie in den kommenden zwei Jahren noch alles bewegen würde. Denn als nach einer aufregenden Berg-und-Tal-Fahrt für ihre Praxisübernahme endlich alles unter Dach und Fach schien, wurden sämtliche Pläne noch mal durchgewirbelt. Was sie dabei vor allem gelernt hat: Es genügt nicht, wenn einem die Patienten die Bude einrennen. Das Konzept und vor allem das Personal der Vorgängerin zu übernehmen, auch wenn es noch so gut ist, klappt nicht, wenn es nicht zu einem passt. Das hieß für Eva-Marie Müller: alles überdenken, das Ruder in die Hand nehmen und handeln. In kürzester Zeit hat sie ein komplett neues Team aufgebaut. Darum hatte sie einige Tipps in Sachen Personal im Gepäck. Und führt jetzt eine moderne Praxis im Münchener Speckgürtel, die perfekt zu ihr passt.

Ulrich Degen

„Die beste Art, mit kaltem Wasser umzugehen? Einfach reinspringen.“

Als Ulrich Degen anfing, nach einer geeigneten Praxis zu suchen, hat er genau einen Tag gebraucht, um sie zu finden: hell, modern, ausbaufähig, schickes Industriedesign, perfekter Standort in Darmstadt – genau, was er wollte. Allerdings ging das so überraschend schnell, dass er eigentlich noch gar nicht so weit war. Schon drei Monate später sollte eröffnet werden, und er stand erst mal vor einem riesigen Berg: Businessplan, Standortanalyse, Kaufvertrag, Abrechnungen, teaminterne Prozesse – viele offene Fragen und schlaflose Nächte. Aber für alle Probleme gab es Lösungen, und die Eröffnung wurde mit professioneller Hilfe bestens gewuppt. Sein Fazit? Ergreift Chancen, wenn sie sich bieten, ganz nach Meister Yoda: „Tu es oder tu es nicht. Aber es gibt kein Versuchen.“

Dr. Nora Buchner, M.Sc.

„Ich hab die Praxis einfach um mein Leben geplant.“

Als sich Dr. Nora Buchner aus der Elternzeit heraus für die Neugründung ihrer Praxis entschieden hat, fanden viele diese Idee erst einmal verrückt. Und dann hatte sie auch noch ganz genaue Vorstellungen – zum Beispiel, dass die Praxis unbedingt im wunderschönen Münchener Glockenbachviertel sein muss. Eben da, wo ihr Leben stattfindet. Also hat sie einfach aus den vermeintlichen Schwächen Stärken gemacht: Wer zwei Kinder hat, hat auch ein großes Netzwerk aus Kita, Kindergarten und Schule - so kann auch eine Neugründung in der zahnarztreichen Münchner Innenstadt gelingen. Wenn sie nun morgens Ihre Praxis aufschließt, freut sie sich, dass sie ihren Traum ohne Kompromisse verwirklicht und ihre Zukunft selbst gestaltet hat.

Dr. Timo Knoche

„Ich fühle mich in meiner eigenen Praxis wie zu Hause.“

Dr. Timo Knoche hatte einen von langer Hand geplanten Übernahmeplan. Und warf dann alles über den Haufen. Dank dieser Entscheidung hat er eine Menge Abenteuer zu den Themen Altbaurenovierung, monatelange Bankverhandlungen, Hypotheken, Umbaumaßnahmen und Wasserschäden erlebt. Ob die Neugründung in einem Altbau aus dem Jahr 1812, der vorher keine Praxis war, nicht die Hölle war? Ja, irgendwie schon. „Aber die Reibung, die dabei entstanden ist, fühlt sich jetzt wie wohlige Wärme an“, kann er berichten – und freut sich über seine wunderschöne Praxis für Zahnerhaltung und Prophylaxe im schwäbischen Esslingen. Was er allen Neugründern mit auf den Weg geben möchte: Lernt, zu delegieren. Dann habt ihr nachher auch ein schönes Leben.

Andreea Tiplic

„Und wenn ich es geschafft habe, schafft ihr das auch.“

2017 saß Andreea Tiplic selbst noch im Publikum des Gründer Camps. Inspiriert von den Praxisgründern auf der Bühne dachte sie: Okay, wenn die anderen das schaffen, schaffe ich das auch, und begann umgehend, laut über ihre Träume zu reden. Übernehmen wollte sie, eine Dorfpraxis sollte es sein, und zwar am Bodensee. Dass sie gerade schwanger war? Kein Hindernis. Sie wusste genau, was sie wollte, hat gezielt gesucht – und gefunden. Auch wenn die angebotene Praxis auf den ersten Blick nicht gerade ein Schmuckstück war, Andreea Tiplic behielt ihr Ziel vor Augen und hat sich auch vom totalen Baustellenchaos nicht verunsichern lassen, sondern mit ihrem kleinen Sohn in der Trage weitergewerkelt. Und empfangen wurde sie als neue Zahnärztin im schönen Eigeltingen mit offenen Armen: vom ganzen Dorf und dem Bürgermeister höchstpersönlich.

Miroslav Gleiche-Yonchev
(Vortrag mit Dr. med. dent. Evangelos Moutaftsis)

„Macht, worauf ihr Bock habt, was von Herzen kommt!“

Die Idee, gemeinsam zu gründen, besiegelten Miroslav Gleiche-Yonchev und Dr. med. dent. Evangelos Moutaftsis bei einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Sie wollten eine Mehrbehandlerpraxis, die anders sein sollte als alles, was es in Münster bislang gab. Statt einem Jahr hat’s drei gedauert, aber geklappt hat es: 2018 eröffneten sie ihr zahnmedizinisches Versorgungszentrum novacura, mittlerweile arbeiten sie mit einem eingespielten 20-köpfigen Team und freuen sich über den wachsenden Patientenzufluss. Die beiden setzen auf ein ausgeklügeltes Marketingkonzept, eine arbeitnehmerfreundliche Atmosphäre und patientenfreundliche Öffnungszeiten. Und sie sind überzeugt: Auf Alleinstellungsmerkmale kommt es an und auf eine professionelle Beratung. Und ob es dann läuft, hängt letztendlich von einem selbst ab – denn ohne Leidenschaft funktioniert das Ganze nicht.

Dr. med. dent. Evangelos Moutaftsis
(Vortrag mit Miroslav Gleiche-Yonchev)

„Macht, worauf ihr Bock habt, was von Herzen kommt!“

Die Idee, gemeinsam zu gründen, besiegelten Miroslav Gleiche-Yonchev und Dr. med. dent. Evangelos Moutaftsis bei einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Sie wollten eine Mehrbehandlerpraxis, die anders sein sollte als alles, was es in Münster bislang gab. Statt einem Jahr hat’s drei gedauert, aber geklappt hat es: 2018 eröffneten sie ihr zahnmedizinisches Versorgungszentrum novacura, mittlerweile arbeiten sie mit einem eingespielten 20-köpfigen Team und freuen sich über den wachsenden Patientenzufluss. Die beiden setzen auf ein ausgeklügeltes Marketingkonzept, eine arbeitnehmerfreundliche Atmosphäre und patientenfreundliche Öffnungszeiten. Und sie sind überzeugt: Auf Alleinstellungsmerkmale kommt es an und auf eine professionelle Beratung. Und ob es dann läuft, hängt letztendlich von einem selbst ab – denn ohne Leidenschaft funktioniert das Ganze nicht.

Aylin Selcuk

„Einen Traum haben – und dann Schritt für Schritt gehen.“

Aylin Selcuk nahm das Publikum zum Einstieg in ihren Vortrag per Videotagebuch mit auf ihre persönliche Abenteuerreise Praxisgründung. Ihr war eigentlich immer klar: Sie will selbstständig arbeiten, Neues lernen. Während sie fachliche Erfahrungen und unternehmerisches Wissen sammelte, hat ihr Traum Form angenommen: gute Zahnmedizin anbieten in einer eigenen kleinen Praxis – einen Job mit ideellem Wert machen, zu dem sie jeden Morgen gerne geht. Seit einigen Wochen behandelt sie nun in ihrer Praxis in Berlin. Was sie besonders liebt an der Selbstständigkeit? Dass sie nicht nur Zahnärztin ist, sondern auch Unternehmerin, Designerin und Personalchefin. Ihr Tipp: einfach loslegen, nach der Devise „You don’t have to be great to start. You need to start to be great!“

Michael Hage

Geld ist wichtig für so ein Gründungsprojekt. Und das muss in den meisten Fällen von der Bank kommen. Was Banken wollen, weiß Michael Hage. In seinem ersten Vortrag dröselte er zunächst auf, wie eine Bank eigentlich funktioniert und entsprechend, wie ein Businessplan aufbereitet sein muss, um sie zu überzeugen. Wie die Kostenstruktur einer Zahnarztpraxis aussieht, ließ er das Publikum in seinem zweiten Vortrag schätzen. Und jonglierte dann mit Beispielzahlen und erklärte, wie sie sich optimieren lassen.

Dr. Verena Freier…

… gründete im Dezember 2015 eine Praxis in Bad Soden im Taunus. Bei ihrer Neugründung setzte sie von Anfang an auf den digitalen Workflow mit CEREC. Mittlerweile ist Sie PRIMESCAN Anwenderin und berichtet im Workshop über das Feedback der Patienten, die Wirtschaftlichkeit und ihre Erfahrungen mit dem System.

Nicolas Abel

How to be selbstständig – Nicolas Abel beleuchtete, was wir von guten Unternehmern lernen können. Zum Beispiel, eine Idee zu behandeln wie ein kleines Kind: sie ohne Bewertung erst mal bedingungslos lieben, schützen, ihr Zeit geben. Und dann jeder dieser Ideen ein wenig Denkhefe zugeben, um sie wachsen zu lassen.

It’s a boss world – or not!? Personalführung wird immer wichtiger, da waren sich auch die Teilnehmer einig. Nicolas Abel zeigte in seinem zweiten Vortrag, warum ohne klare Kommunikation nichts geht, weswegen es so wichtig ist, den Mitarbeitern ein gutes Vorbild zu sein, was der Unterschied zwischen Boss und Leader ist – und wie man als Führungskraft das Potenzial seines Teams entfalten kann.

Dennis Schaffer

Ein Praxiskonzept entwickelt sich nicht über Nacht. Deshalb gab Dennis Schaffer in seinem Vortrag Strukturierungshilfe: über Schwächen und Stärken, die richtige Zielgruppe, Praxisausrichtung, Alleinstellungsmerkmale und das passende Team.

Andrea Stix MSc, MBA ...

... ist Strategie-Beraterin und Spezialistin für Persönlichkeitsdiagnostik. „Viele Praxis-Konzepte versprechen Erfolg. Nur wenige machen langfristig glücklich. Eine Analyse der Persönlichkeit ist der sichere Schlüssel dazu.“ In ihrem Workshop „Chirurgie und Strategie“ werden wichtige Impulse für den individuellen, optimalen Start und eine nachhaltig erfolgreiche Praxisführung erarbeitet.

Valbon Mulaku

Was ist eigentlich ein guter Standort? Valbon Mulaku betonte, dass man nicht zwischen Hotspot und No-go-Area unterscheiden kann, sondern dass es vielmehr um das Zusammenspiel individueller Faktoren geht: Wo will ich leben? Welches Behandlungskonzept habe ich? Wie ist die Kaufkraft des Standorts? Wie hebe ich mich von den Marktbegleitern ab?

Frank Caspers ...

... Frank Caspers ist selbstständiger Trainer und Unternehmer. Daher kennt er die Herausforderungen, die eine Existenzgründung mit sich bringt nur zu gut. Seit zehn Jahren gibt er erfolgreich sein Know-how als Coach und Speaker weiter. Auch beim Thema Personalführung unterstützt er die Teilnehmer seiner Veranstaltungen und steht bei der Findung des persönlichen Wegs zur Seite.

Thilo Weiland

Warum der Ausdruck Work-Life-Balance inzwischen eher negativ behaftet ist, brachten Dennis Schaffer und Thilo Weiland mit viel Humor auf den Punkt. Und empfahlen, lieber dafür zu sorgen, dass Arbeit Spaß macht und sie sich mit dem Privatleben verschmelzen lässt. Das funktioniert mit den entsprechenden Rahmenbedingungen und außergewöhnlichen Zeitmodellen in der Zahnarztpraxis.

Olav Lorenz

Was ist bei der Praxisplanung das Allerwichtigste? Die richtige Vision, sagt Olav Lorenz. Und dann natürlich die komplexe Planung bis ins Detail: Was ist realistisch? Gibt es Bestandsschutz? Entspricht der Steri den neuen Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung? An echten Beispielen zeigte er auf, an was zu denken ist, und hatte einige Tipps auf Lager.

Thomas Senghaas ...

Einen Bandscheibenvorfall möchte man vor allem als selbstständiger Zahnarzt dringend vermeiden. Darum spie­len Ergonomie und Vergrößerung eine wichtige Rolle. Dr. Nora Buchner und Thomas Senghaas präsentierten Alltag­stipps für einen dynamischen Arbeitsstil direkt am Behand­lungsstuhl.